• Farbschnitt im Trend: Ästhetik als Kaufargument bei Büchern

    Wer derzeit in die Buchhandlung geht, kann es kaum übersehen: Zahlreiche Neuerscheinungen, insbesondere im New Adult-Bereich, fallen durch eingefärbte Buchkanten auf. Was früher eher eine Seltenheit war, ist heute in manchen Genres fast schon ein Must-have.

    Farbige Buchkanten überall

    Falls ihr gerade nicht wisst, worum es geht: Von einem Farb- bzw. Buchschnitt ist die Rede, wenn die drei Kanten eines Buches, an denen die zugeschnittenen Seiten zu sehen sind, eingefärbt werden.

    Die Buchkannten haben dann eben nicht mehr die typische Papierfarbe, sondern kommen beispielsweise in einem düsteren Schwarz oder einem soften Zartrosa daher – immer passend zum Genre und der Thematik des Buches.

    Und damit nicht genug: Einige Bücherseiten sind nicht nur farbig, sondern zusätzlich mit hübschen Ornamenten, Blumen oder Schriftzügen verziert.

    Buchdekorationen sind keine neue Erfindung

    Diese Art der Buchdekoration ist keineswegs eine neue Erfindung: Bereits im Mittelalter wurden die Seiten von Büchern vergoldet oder bemalt. Es handelte sich damals um eine besondere Handwerkskunst, die viel Arbeit und Geschick erforderte. Die edel verzierten Werke galten als Statussymbol.

    Als Bücher mit der Erfindung der Buchpresse um das Jahr 1450 immer schneller und günstiger produziert werden konnten, entwickelten sie sich im Laufe der Zeit zur Massenware. Damit ging auch die Kunst des Farbschnitts verloren.

    Heute erlebt diese Art der Buchdekoration ein Revival. Selbstverständlich werden die Millionen Exemplare nicht mehr von Hand verziert, sondern ganz einfach bedruckt. Die hübsche Aufmachung macht dennoch was her und erfreut sich großer Beliebtheit bei Bücherfreunden.

    Ästhetik beim Buchkauf im Fokus

    Der Trend lässt sich darauf zurückführen, dass die Ästhetik von Büchern in der heutigen durch Social Media geprägten Zeit eine große Rolle spielt. Denn Bücher werden nicht nur gelesen – sie werden vor allem präsentiert.

    In der Bücher-Bubble auf Instagram, TikTok und YouTube zeigen junge Lesebegeisterte ihre neuerworbenen Schätze und setzen sie dabei gekonnt in Szene. Die schön gestalteten Bücher machen dabei entsprechend viel her.

    Die Buchverlage wissen natürlich längst, was gut ankommt, und machen sich diesen Trend zu Nutze. Wie in anderen Bereichen gilt nun auch beim Buchkauf: Der erste Eindruck zählt. Ein hübsches Buch, das bereits durch seine Optik besticht, verführt schnell zur Kaufentscheidung.

    Must-have oder ausgelutscht

    Dass die verzierten Bücher hübsch anzusehen sind, wird wohl kaum einer abstreiten. Doch durch den Trend wird das einst Besondere immer mehr zu einem Must-have. Was früher noch eine Seltenheit war, ist jetzt überall zu sehen. Und wenn alle Bücher farbige Kanten haben, sticht keines mehr hervor.

    Dementsprechend lassen sich die Verlage mittlerweile bereits neue Gimmicks einfallen – beispielsweise Cover mit Schnittverzierungen oder Duftproben.

    Die Frage ist, ob Bücher solche Spielereien wirklich brauchen. Sollte nicht vor allem der Inhalt eines Buches überzeugen?

    Mein Fazit

    Auch ich selbst nehme immer wieder Bücher in die Hand, weil sie mich optisch ansprechen. Kaufentscheidend ist für mich dann aber der Klappentext bzw. das Überfliegen der ersten Seiten.

    Ein paar hübsch verzierte Exemplare finden sich selbstverständlich auch in meinem Bücherregal wieder. Für mich persönlich muss ein Buch jedoch keinen Farbschnitt haben. Ein ansprechendes Cover (ohne KI!) reicht völlig aus.

    Wie ist eure Meinung dazu?

  • Der Hype rund um Liebesgeschichten in Pastell und Schwarz: Wie junge Romance-Fans die Buchbranche retten

    Vom 15. bis 19. Oktober 2025 fand die 77. Frankfurter Buchmesse statt und verzeichnete mehr als 200.000 Besucher*innen. Doch liest man nicht immer wieder, dass die Buchbranche schlecht dasteht? Und inwiefern trägt ausgerechnet die junge Generation zum Erhalt dieser bei?

    Treffpunkt für tausende Bücherfans

    Ich habe mir das Paradies immer als 
    eine Art Bibliothek vorgestellt.

    So lautet ein Zitat des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges.

    Diesem kann ich als Buchliebhaberin nur zustimmen, sowie vermutlich auch die mehr als 200.000 Besucher*innen der 77. Frankfurter Buchmesse, die vom 15. bis 19. Oktober 2025 erneut in den Messehallen der hessischen Hauptstadt stattfand.

    Der Erfolg der Messe überrascht, hört man doch immer wieder, dass die Zahl der Buchbegeisterten in Deutschland zurückgeht. So haben laut hessenschau.de im Jahr 2024 nur 24,5 Millionen Menschen ein Buch gekauft. Dass die Umsätze dennoch leicht gestiegen sind, ist den Preissteigerungen sowie den Buchverkäufen pro Person zu verdanken.

    Ältere Lesemuffel und junge Bücherfans

    Dabei zeigt sich deutlich, dass insbesondere junge Menschen viele Bücher kaufen. Während also die erwachsenen Leserzahlen immer weiter sinken, sorgt die junge Generation mit ihrer Kaufkraft für einen Aufwind in der Branche.

    In den vergangenen fünf Jahren sind die Ausgaben für Bücher in der Altersgruppe 13- bis 15-Jahre um 32 Prozent gestiegen, bei den 16- bis 19-jährigen Leser*innen sogar um 77 Prozent, wie hessenschau.de berichtet.

    Doch woran liegt das?

    Romance-Hype steigert Verkaufszahlen

    Maßgeblich dafür ist der Hype rund um Romance-Bücher, die mit schön gestalteten Covern und Buchschnitten zum Kauf verführen und jedes Bücherregal, insbesondere für Social Media, durch ihre besondere Optik aufwerten.

    Die Young- und New Adult Romane, die sich an Heranwachsende und junge Erwachsene richten, unterteilen sich dabei in verschiedene Untergruppen:

    Die einen Leser*innen bevorzugen romantische Liebesgeschichten, die überwiegend in pastellfarbenen Gewändern daherkommen. Die anderen präferieren dagegen eher Dark Romance, wo der Fokus auf Beziehungen liegt, bei denen meist die männlichen Love Interests das Prädikat morally grey tragen und die Buchcover optisch in der Regel in düsteres Schwarz gekleidet sind.

    Und dann gibt es da noch Romantasy. Der Begriff ist eine Verschmelzung der Worte Romance und Fantasy und beschreibt dadurch schon sehr gut, um was es sich handelt: epische Fantasy-Geschichten mit Drachen, Feen und Magie, die aber ebenfalls das Hauptaugenmerk auf die Liebesbeziehungen der Protagonist*innen legen.  

    Viele der Bücher beinhalten auch explizite sexuelle Inhalte, Spice genannt, was sie für junge Menschen besonders spannend macht.

    Romance-Hype auf Social Media schwappt auf Buchmesse über

    Wer in den Sozialen Netzwerken TikTok und Instagram unterwegs ist und in die Book Bubble schaut, wird überrollt von Buchempfehlungen und Book Hauls rund um das Romance-Genre.

    Wer auf der Buchmesse unterwegs war, bemerkte schnell: Der Trend ist nicht nur online, sondern auch in der realen Welt sichtbar.

    So widmete sich in Frankfurt eine ganze Halle dem Genre Romance. Dort drängten sich Tausende, insbesondere junge weibliche Bücherliebhaber*innen, um die Stände der Publisher und Verlage. Manche standen stundenlang in der Schlange, um sich ein Werk von den, zumeist weiblichen, Autor*innen signieren zu lassen.

    Das erinnert schon an das Anhimmeln von Popstars oder dem Kult rund um Influencer*innen, die ebenfalls zahlreiche Fans um sich scharen.

    Doch ist das schlecht?

    Junge Leserbegeisterte retten die Buchbranche

    Für alle, die sich nicht mehr im Teenager-Alter oder ihren Frühzwanzigern befinden, mag der Hype durchaus etwas befremdlich erscheinen. Doch sollte man sich meiner Meinung nach nicht daran stören.

    Wer kein Interesse an romantischen Young- oder New Adult Büchern hat, der wurde schließlich in den anderen Hallen der Messe fündig. Denn selbstverständlich bedient diese nicht nur den Geschmack der jungen Bücherfans, sondern bietet für jedes Alter und jede Lese-Vorliebe die passende Lektüre.

    Statt mit den Augen zu rollen, sollte man sich lieber freuen – denn dank der jungen Leser*innen erlebt die Buchbranche einen Aufwind, den sie sehr gut gebrauchen kann.

    Letzten Endes zählt doch nur eins:

    Wir alle lieben Bücher und wollen auch zukünftig in den Buchhandlungen stöbern. Wenn also die Lesebegeisterung der jungen Generation zum Erhalt dieser beiträgt, und sei es ausschließlich durch Romance-Bücher, haben doch alle Bücherfans gewonnen.

  • Twilight: Romantische Teenager-Liebe oder Cringe pur?

    Es ist Hoa Hoa Hoa Season und das bedeutet: Die Dreiecksbeziehung zwischen Bella, ihrem Vampir-Boyfriend Edward und dem Werwolf Jacob ist wieder ein großes Thema auf Social Media. So gibt es zahlreiche Reels, in denen die ikonischsten Szenen aus den Filmen nachgestellt werden – auf eine sehr humorvolle Art und Weise.

    Twilight sowie die Nachfolger New Moon, Breaking Dawn und Eclipse stammen aus der Feder von der amerikanischen Autorin Stephanie Meyer. Im Jahr 2008 wurde der erste Band verfilmt, gefolgt von den anderen Teilen.

    Die Fanbase war damals riesig. Vor allem junge Mädchen liebten die Bücher und Filme und wünschten sich, sie selbst wären an Bellas Stelle und könnten zwischen dem mysteriösen, glitzernden Vamp und dem heißblütigen Wolf wählen.

    Ich war eines dieser Mädchen: Damals habe ich, genau in Bellas Alter, die Bücher verschlungen und selbstverständlich alle Filme im Kino gesehen.

    Da Twilight, zumindest in meiner Bubble, immer noch ein Thema ist, habe ich mich gefragt, wie mir die Bücher wohl heute gefallen würden. Also habe ich mich getraut:

    Mit meinen mittlerweile 34 Jahren kaufte ich mir den ersten Band von Twilight (in der englischen Originalfassung) und erklärte ihn zu meiner ersten Herbstlektüre dieses Jahres. Ich war gespannt: Wie würde sich das Buch als erwachsene Leserin wohl anfühlen?

    Ich nehme das Fazit schon mal vorweg:

    Seid froh, dass ich es gelesen habe, denn nun müsst ihr es nicht tun.

    Warum? Ich versuche es für euch in sechs Punkten kurz und prägnant zusammenzufassen:

    1. Twilight hat keine richtige Handlung.

    Ich beginne mit dem gravierendsten Punkt: Twilight hat keine richtige Handlung. Zumindest bis zu den circa letzten 50 Seiten. Dann erst beginnt nämlich der Plot mit James, der als Tracker Jagd auf Bella macht.

    Die vorherigen Dreiviertel des Buches handeln schlichtweg nur davon, wie sich Bella und Edward kennenlernen, gegenseitig anschmachten und miteinander reden.

    Nachdem ich die erste Hälfte relativ zügig durchgelesen habe, wurde es irgendwann so redundant und langweilig, dass ich mich regelrecht durchquälen musste.

    Der Schluss des Buches mit der Flucht vor James und der dramatischen Szene im Ballettsaal schafft es dagegen, tatsächlich Spannung reinzubringen. Doch dann ist das Ganze auch schon so plötzlich wieder vorbei, wie es angefangen hat.

    Klar – Twilight ist ein Liebesroman. Die Liebesgeschichte ist Dreh- und Angelpunkt. Aber irgendeine Art von Spannungsbogen muss für meinen Geschmack trotzdem vorhanden sein.

    2. Die Schwärmerei ist unerträglich.

    Wie viele Seiten kann man damit füllen, die Perfektion Edwards zu beschreiben? Stephanie Meyer: Ja.

    Ab einem gewissen Punkt hat es nur noch genervt. Das Buch ist aus Bellas Perspektive geschrieben und so ist man als Leser*in dazu verdammt, non-stop ihren Schwärmereien zu folgen.

    Ja, ich habe es verstanden: Edward ist wunderschön, sein Blick ist absolut fesselnd, seine Muskeln zeichnen sich unter seinem Shirt ab und er glitzert absolut wundervoll in der Sonne.

     Reiß dich zusammen, Mädchen!

    3. Die Charaktere sind flach.

    Bella ist von Anfang an komplett auf Edward fixiert und hat nur ihn im Kopf. Familie, Freunde, Hobbys? Braucht sie alles nicht – es zählt nur Edward Cullen, ohne den sie einfach nicht leben kann.

    Und das kann sie scheinbar tatsächlich nicht: Bella wird nämlich derart tollpatschig dargestellt, dass Edward sie ständig retten muss. Überlebensfähigkeit gleich null.

    Oh und selbstverständlich ist Bella nicht wie die anderen Mädchen, aber – ohne dass sie Wert darauflegen würde – so hübsch, dass alle Jungs auf sie stehen. Das schreit förmlich nach Pick-me-girl.

    Edward selbst bleibt ebenfalls sehr blass (Wortwitz beabsichtigt). Er wird als der leidende Vampir dargestellt, der sich von Bella fernhalten will, um sie zu schützen, aber einfach nicht ohne sie kann. That’s it.

    Ja okay – er mag Musik. Wow. Und habe ich schon erwähnt, dass er gut aussieht?

    Achja und Jacob? Anders als in meiner Erinnerung, die wohl deutlich mehr von den Filmen geprägt war, spielt er nämlich nur eine geringe Rolle in Twilight. Erst in New Moon wird sein Charakter als möglicher Love Interest und Feind der Vampire relevanter.

    4. Show, don’t tell.

    Kennt ihr den Leitsatz Show, don’t tell? Stephanie Meyer kannte ihn wohl nicht, als sie das Buch geschrieben hat. Sie zeigt kaum etwas und erzählt nur.

    Was ich damit meine? Anstatt dass Gefühle oder beispielsweise Aspekte des Vampirdaseins durch Ereignisse und die Handlungen der Charaktere deutlich gemacht werden, beschreibt und erklärt sie diese meist nur – entweder im Dialog zwischen Edward und Bella oder einem Monolog in Bellas Gedanken.

    So spielen Bella und Edward beispielsweise ein Spiel: Immer abwechselnd stellen sie sich Fragen, die der andere dann wahrheitsgetreu beantworten muss. Der/die Leser*in bekommt dadurch seitenweise Dialog vorgesetzt.

    Dabei drehen sich die Gespräche oftmals im Kreis: Ständig reden sie darüber, dass es gefährlich für Bella ist, mit Edward zusammen zu sein. Dass Edward Angst hat, sie zu verletzten. Dass Bella fürchtet, dass er sie verlässt. Dass sie ohneeinander nicht können.

    Das ist nicht romantisch, sondern auf Dauer einfach nur ermüdend.

    5. Die Red Flags sind überall.

    Mal ganz abgesehen davon, was in den anderen Bänden der Reihe noch so passiert (Renesmee und Jacob … wtf?!?), ist allein das erste Buch schon voller Red Flags:

    Edward stalkt Bella, wenn sie schläft. Zu Beginn ohne ihr Wissen.

    Bella gibt ihr komplettes Sozialleben für Edward auf und belügt alle Menschen, die ihr etwas bedeuten.

    Edward redet davon, dass sie unwiderstehlich für ihn riecht und er sich kaum zurückhalten kann, sie nicht leerzutrinken, während er an ihrem Hals schnuppert.

    Bella ist es egal, dass er sie jeden Moment aus Versehen umbringen können. Schließlich ist er absolut perfekt.

    Sie will ihr komplettes menschliches Dasein für ihn aufgeben, obwohl sie ihn gerade erst kennengelernt hat und er ihr erster fester Freund ist.

    Nicht zu vergessen: Er ist 107 Jahre alt. Ach so klar – mental ist er ja bei 17 stehengeblieben. Das macht es dann weniger creepy (Sarkasmus).

    Fakt ist: Die Beziehung zwischen den beiden ist absolut toxisch.

    6. Das sind keine echten Vampire.

    Ja, natürlich ist der Vampir-Mythos schon ziemlich ausgelutscht. Und selbstverständlich muss auch Raum für Eigeninterpretationen sein. Aber mit den klassischen Vampiren haben die „Vegetarier“ aus Twilight nun wirklich nicht mehr viel gemein.

    Die Cullens trinken kein Menschenblut und gehen zur High School bzw. sind in Carlisles Fall sogar als Arzt tätig? Und alle Vampire, selbst die Menschenblut saugenden Monster, glitzern, statt in der Sonne zu verbrennen oder zumindest geschwächt zu werden?

    Als Vampir-Fan blutet mir wirklich das Herz.

    Mein Fazit

    Es gibt noch viel mehr zu sagen, doch ich belasse es dabei. Was wohl klar geworden ist: Meine nostalgisch-verklärte Sicht auf Twilight wurde durch das erneute Lesen definitiv zerstört. Für mich braucht ein gutes Buch mehr als hübsche Vampirboys.

    Als Teenager, die eindeutig die Zielgruppe sind, hatte ich einen ganz anderen Blick auf Twilight. Mir gefiel die kitschige Romanze mit übernatürlichen Elementen. Heutzutage ist das nicht mehr mein Fall.

    Zudem muss ich ganz klar sagen: Romance und Romantasy sind nicht meine bevorzugten Genres. Ich mag Liebesgeschichten – aber nicht als Hauptplot, sondern lediglich als Sideplot.

    Für mich steht jedenfalls fest: Die anderen Bände schenke ich mir – noch mehr Beschreibungen von Edwards Schönheit ertrage ich wirklich nicht.

    Ich bleibe lieber bei den richtigen Vampiren – wie z.B. in Die Schwarze Königin von Markus Heitz.

  • Die Schwarze Königin: Mit der Macht der Alchemie gegen Blutsauger

    Die Schwarze Königin ist ein Roman von Markus Heitz aus dem Genre der Dark Fantasy. Das 544 Seiten umfassende Buch erschien im August 2023 in der 1. Auflage beim Knaur Verlag. Es handelt vom unerbittlichen Kampf gegen die Vampire mit der Macht der Alchemie in zwei unterschiedlichen Epochen.

    Moment einmal … Markus Heitz und Vampire? Das gab es doch schon mal … richtig! Mit dem Buch Kinder des Judas sowie seinen Nachfolgern Judassohn und Judastöchter begab sich der saarländische Bestseller-Autor schon einmal auf Blutsauger-Terrain. Mit Die Schwarze Königin ist er zu den Kreaturen der Nacht zurückgekehrt und erzählt dabei ganz neue Geschichten, die kein Vampir-Fan verpassen sollte.

    Die Schwarze Königin teilt sich, wie viele andere Bücher von Markus Heitz, in zwei Handlungsstränge. Im ersten reisen wir tief in die Vergangenheit: Die Geschichte von Barbara von Cilli und Vlad II spielt im Spätmittelalter um das Jahr 1400 und erzählt von ihrem gemeinsamen Kampf gegen die Strigoi, wie die Vampire in der Walachei genannt werden. Dabei haben sie ein ganz klares Ziel: die endgültige Auslöschung der Vampire zum Schutz der Menschheit. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich Barbara der Alchemie verschrieben, während Vlad ihr mit seinem Schwert zur Seite steht.

    Der zweite Handlungsstrang erzählt die Erlebnisse des jungen Len. Auf einer Gruppenreise in Prag stolpert er ungewollt in gleich mehrere übernatürliche Geschehnisse hinein und muss sich dadurch mit seinem düsteren Erbe auseinandersetzen. Denn er erfährt, dass er ein Drăculești und somit der letzte Nachfahre von Vlad II sei. Sein Schicksal ist es, den Kampf gegen die Vampire fortzusetzen. Gemeinsam mit der Professorin Jolana Černá und seiner Freundin Klara stellt er sich dieser schier unlösbaren Aufgabe und wird dabei selbst zur Zielscheibe der Vampire, welche nichts mehr als die Rückkehr der Schwarzen Königin fürchten.

    Wer nun aufmerksam gelesen hat, dem wird direkt klar sein: Das Vorhaben Barbaras und Vlads kann nicht gelingen, wenn die Vampire in der Gegenwart immer noch bekämpft werden müssen. Das ist richtig, macht ihre Geschichte jedoch nicht weniger spannend, denn die beiden Handlungsstränge sind natürlich miteinander verwoben. Zudem sorgt der Umstand, dass es sich bei Barbara und Vlad um real existierende Personen handelt, dafür, dass ihr Kampf gegen die Strigoi umso interessanter wird.

    Barbara von Cilli war ungarische, deutsche sowie böhmische Königin und die Frau Kaiser Sigismunds von Luxemburg. Sie beschäftigte sich intensiv mit Alchemie und Okkultismus, was ihr tatsächlich den Titel ‚Schwarze Königin‘ einbrachte. Bei Vlad II denken die meisten sicherlich an Vlad den Pfähler – doch es handelt sich stattdessen um seinen Vater, der bereits in frühen Jugendjahren Bekanntschaft mit Barbara machte.

    Markus Heitz, der neben Germanistik auch Geschichte studiert hat, gelingt es, den historischen Kontext geschickt mit seinem Fantasy-Setting zu verschmelzen und bietet dabei für Geschichtsenthusiasten interessante Anknüpfpunkte zur Selbstrecherche. So befinden sich beispielsweise zu Beginn der Vergangenheits-Kapitel immer wieder Auszüge aus historischen Quellen. Aber auch wer kein Faible für den geschichtlichen Aspekt hat, wird den Weg der beiden Figuren sicherlich mit Spannung verfolgen.

    Bei mir als Vampir-Liebhaberin hat Die Schwarze Königin, wie man passenderweise so schön sagt, voll ins Schwarze getroffen. Obwohl das Buch mit über 500 Seiten sicherlich keine schmale Lektüre ist, kam beim Lesen zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Bereits zu Beginn der Handlung passieren die Dinge Schlag auf Schlag und schaffen eine packende, düstere Atmosphäre. Dieses Tempo hält das Buch bei – gerade, wenn es etwas ruhiger erscheint, geschehen die nächsten überraschenden Wendungen.

    Der Schreibstil von Markus Heitz trägt auch einen großen Teil dazu bei – klar und direkt, zugleich aber detailreich und atmosphärisch, ohne dabei zu ausschweifend oder kompliziert zu werden. Für eher seichtere Gemüter sei jedoch dazu gesagt, dass die Dark Fantasy Bücher von Markus Heitz auch viele blutige, teilweise sehr brutale Szenen enthalten. Für meinen Geschmack sind diese aber genau richtig platziert und unterstreichen das düstere Setting. Denn was wären Vampirgeschichten schon ohne Blut und etwas Grusel?

    Damit bleibt mir nur zu sagen: Ich kann Die Schwarze Königin allen Freunden von Vampiren und Dark Fantasy weiterempfehlen.

    Ach ja – die Geschichte geht übrigens noch weiter: Im März 2025 ist mit Die Schwarze Königin II die Fortsetzung erschienen. Auf weiteren über 500 Seiten wird der Kampf gegen die Vampire fortgesetzt. Die Geschichte ist damit erst einmal abgeschlossen. Ob es danach noch Blutsauger gibt? Das müsst ihr selbst in Erfahrung bringen. 😉

  • Lesetipp: Yakuza goes Hausmann – Schnäppchenjagd mit Mafioso

    Wer bei Yakuza an knallharte Typen denkt, die waffenstarrend Gelder von Gläubigern eintreiben und hart um neue Gebiete kämpfen, wird bei Yakuza goes Hausmann (Originaltitel: 極主夫道) eines Besseren belehrt.

    Das Werk von Kousuke Oono begleitet den, früher als The Immortal Tatsu bekannten, Ex-Yakuza bei dem Versuch, ein normales Leben, abseits seiner früheren „Familie“, zu führen. Erzählt werden, wie bei Slice-of-Life-Titeln üblich, kurze Episoden aus dem Leben des Protagonisten.

    The Immortal Tatsu, der von seiner Frau liebevoll Tacchan genannt wird, ist aus der Yakuza ausgetreten. Früher war er ein gefürchteter Gangster: Verfeindete Banden zuckten nur bei der Nennung seines Namens zusammen, gab es doch kein Mittel, das gegen ihn zu helfen schien. Doch diese Zeiten sind vorbei!

    Heute hat Tatsu in seiner Frau Miku eine neue Familie gefunden und den Job als hartgesottener Mafioso an den Nagel gehängt. Einkaufen, kochen, putzen und Stress mit der Katze sind die neuen Herausforderungen, denen er sich stellen muss. Bei der Erfüllung seiner Pflicht als Hausmann kommt ihm jedoch immer wieder seine Vergangenheit in die Quere, denn sein Ruf eilt ihm voraus. So passiert es nicht selten, dass er Personen aus seiner Mafioso-Zeit trifft, die ihm ans Leder wollen. Zusätzlich kann Tacchan einige seiner Angewohnheiten einfach nicht sein lassen und versucht, Alltagssituationen mit Yakuza-Methoden zu lösen oder verunsichert Personen durch seine Gangster-Sprechweise. Dieses Potpourri sorgt für allerlei komische Situationen, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen.

    Yakuza goes Hausmann eignet sich insbesondere für alle, die wenig Zeit zum Lesen haben oder z.B. häufiger auf die Bahn warten müssen. Denn die einzelnen Kapitel des Manga lassen sich sehr gut losgelöst voneinander lesen. Sie sind kurzweilig und bieten am Ende immer eine amüsante Auflösung – die perfekte Manga-Lektüre für zwischendurch!

    Bisher sind in Deutschland 15 Bände bei Carlsen Manga erschienen (Stand: August 2025). Mit wie vielen Bänden die Geschichte des Mafioso-Hausmanns abgeschlossen sein wird, ist noch nicht bekannt. Im April 2021 startete auf Netflix die erste Staffel des Anime, welcher beim Studio J.C.Staff entstand. Aktuell sind zwei Staffeln bei dem Streaming-Anbieter zu sehen.